Maria, Königin des Friedens - St. Jakobus maj.

Predigt am fünften Fastensonntag

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder und Jugendliche!

Wer hat das letzte Wort? – Diese Frage stellt sich oft! Wer hat das letzte Wort – in einer Ehe, in der Familie, in einem Verein? Wer hat das letzte Wort in der Politik und auch in der Kirche? Das letzte Wort ist meistens das entscheidende Wort. Wer das letzte Wort hat, hat auch das Sagen.

Gerade haben wir vom Tod des Lazarus gehört. Er ist der Bruder von Marta und Maria. Und er ist ein enger Freund Jesu. Um seinen Tod herum, werden auch viele Worte gemacht. Da sind Worte der Trauer; Worte, die von Tränen erstickt werden. Da sind fragende Worte: Hätte Jesus nicht verhindern können, dass Lazarus stirbt? Und da sind auch die anklagenden Worte: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Wir kennen alle diese Worte, wenn wir selber mit dem Tod konfrontiert sind. Mit dem Tod lieber Menschen oder auch mit dem Gedanken an den eigenen Tod. Wir kennen Worte der Klage, der Trauer, der Angst, aber auch Worte des Trostes…

Wer aber hat das letzte Wort? Es ist Jesus, der sich vor dem Grab des Lazarus als die Auferstehung und das Leben offenbart. Zum Zeichen dafür ruft er mit lauter Stimme ins Grab hinein: „Lazarus, komm heraus“. Und er fordert dazu auf, ihm die Binden zu lösen und ihn weggehen zu lassen von diesem Ort des Todes. Das Johannesevangelium nennt das ein Zeichen. Denn die Totenerweckung des Lazarus ist ein Zeichen für etwas, das noch viel größer ist. Jesus möchte den Menschen aus dem Reich des Todes in ein Leben rufen, das nie mehr endet und das wir mit den Worten „Himmel“ oder „ewiges Leben“ bezeichnen. Auch wir dürfen zusammen mit Lazarus die Stimme Jesu hören: „Lazarus, komm heraus“. Und wir dürfen dieses Wort Jesu so nahe an uns heranlassen, dass wir statt Lazarus unseren eigenen Namen einsetzen „Komm heraus“.

Hören wir noch einmal auf das letzte Wort, das Jesus im heutigen Evangelium spricht: „Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen von hier“. Jesus befreit den Lazarus von den Fesseln, die ihn im Reich des Todes festalten möchten. Und Jesus ruft den Lazarus vom Ort des Todes weg ins Reich des Lebens. Die Lazarus-Geschichte richtet sich an uns! Jesus möchte uns schon jetzt aus den unterschiedlichen Grabkammern der Angst und Resignation herausholen. Er möchte uns von dem lösen, was uns fesselt und unfrei macht. Ewiges, erfülltes, Leben soll nicht erst nach dem Tod beginnen. Nein – schon mitten im irdischen Leben soll das ewige Leben beginnen.

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder und Jugendlichen! Wem räumen wir in unserem Leben das letzte Wort ein? Wem überlassen wir selber das letzte Wort? Überlassen wir Jesus das letzte Wort. Sein Wort ist ein Wort der Erlösung, der Auferstehung und des Lebens. Das Vertrauen in Jesus kann uns bereits jetzt in eine größere Freiheit führen. Amen.