Ungern habe ich es als Pfarrer ständig mit Geld zu tun. Das ist schlichtweg nicht mein Kerngeschäft. Als Vorstand der Kirchenverwaltung sehe ich es jedoch als meine Pflicht an, Sie über die finanzielle Situation der Pfarrei zu informieren:
Bereits im Jahr 2024 waren die beiden Kirchenstiftungen dazu gezwungen, ein Darlehen auf den damaligen Haushalt der Pfarreiengemeinschaft zu gewähren, da wir das Haushaltsjahr mit einem saftigen Minus abgeschlossen haben.
Die Gründe sind vielfältig: Nach den Coronajahren haben die Pfarreien zunächst weiter gewirtschaftet wie zuvor. Nach dem Neustart des Pfarreilebens zeichnete sich jedoch schon 2023 ab, was jede und jeder Einzelne von Ihnen aus dem privaten Bereich kennt: Das Leben ist in allen Bereichen teurer geworden, angefangen von den Energiekosten, über Verwaltungsausgaben, Materialbeschaffung bis hin zu Speisen und Getränken. Kurz: Eine Rückkehr zu den bisherigen Gewohnheiten war nicht mehr möglich. Schon damals haben wir uns einen radikalen Sparkurs auferlegt, der auch erfolgreich war.
Zudem gehen seit Jahren sowohl die Kollekten als auch das Spendenaufkommen massiv zurück. Unsere Pfarrei verfügt aber gleichzeitig über keinerlei nennenswerten Einnahmen (z.B. über Miteinnahmen, Grundstückserträge o.ä.).
Lang wurde uns seitens der Finanzkammer des Bistums zugesagt, der jährliche Haushalt, aus dem wir im jeweils laufenden Jahr alle Ausgaben bestreiten müssen, würde sich im Jahr 2026 auf eine vergleichbare Höhe belaufen wir im Jahr 2025. Die Haushaltsschätzung, die uns im Dezember 2025 zugestellt wurde, ergab jedoch, dass wir nur noch rund die Hälfte dessen zur Verfügung haben, womit wir bisher wirtschaften konnten. Um eine Summe zu nennen: Im laufenden Haushaltsjahr 2026 stehen uns für sämtliche laufenden Ausgaben der Pfarrei lediglich ca. € 19.000 zur Verfügung. Darüber müssen wir jedoch alles abdecken (Pastoral, Pfarrzentrum, Pfarrbüro und Verwaltung, Energiekosten, Reparaturen, Anschaffungen, Baumpflege, Kirchenmusik, Jugendarbeit…).
Aus dieser Warte betrachtet war die Zulegung im April ein lebensnotwendiger Schritt, weil wir die gemeinsamen Herausforderungen nicht mehr nach Pfarreien getrennt lösen können.
Letztlich bedeutet es aber, dass wir weiterhin massiv einsparen müssen. Bislang war das Ziel der Kirchenverwaltung, möglichst Rücklagen zu bilden, weil wir ja wissen, dass wir in Zukunft mehr und mehr selbst zu tragen haben. Unter diesen Vorzeichen jedoch muss unser erstes Bemühen sein, so durchs Jahr zu kommen, dass wir unsere Rücklagen nicht weiter mindern. Denn trotzdem werden wir auch große Bau- und Reparaturmaßnahmen zu stemmen haben, die wir mindestens anteilig bezahlen müssen.
Und nur der Vollständigkeit halber sei daran erinnert: Die Sanierung des Trettenbachhauses und der Neubau des Pfarrbüros belastet uns als Kirchenstiftung NICHT, da die Diözese Augsburg beide Maßnahmen komplett bezahlt.
Markus Dörre, Pfarrer

